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Postgraduale Weiterbildung

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Postgraduale Weiterbildung

Die Ausbildung erfüllt formal die Anforderungen der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) und die Anforderungen des Weiterbildungsprogramms der Schweizerischen Gesellschaft für Psychotherapie und Psychiatrie (SGP). 


AdressatInnen

Psychologinnen und Psychologen nach Studienabschluss an einer Universität oder Hochschule (Lizentiat, Master) mit Psychologie als Hauptfach sowie Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zum Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie.


Ausbildungsrichtlinien

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Universitäts- oder Hochschulstudium der Medizin oder der Psychologie (mind.  Lizentiat oder Master) mit Psychologie im Hauptfach unter Einschluss der Psychopathologie im ersten Nebenfach oder Nachweis des Besuchs von Lehrveranstaltungen im entsprechenden Umfang.
  • Praxisorientierte Weiterbildung von einem Jahr in Vollzeit in direktem, fachlich kontrolliertem Kontakt mit psychisch Kranken an einer Institution der psychosozialen und psychiatrischen Grundversorgung ( mindestens 6 Monate davon vor der definitiven Aufnahme im DAI, 6 Monate spätestens bis zum Ende der Ausbildung. Bei Teilzeitbeschäftigung dementsprechend länger.)
  • Genügend weit fortgeschrittene eigene Lehranalyse, bzw. Einzelselbsterfahrung
  • (mind. 50 Stunden). Selbsterfahrung in anderer als Daseinsanalytischer Ausrichtung kann in besonderen Fällen von der Institutsleitung bei vorliegendem Nachweis  bis zu max. 100 Stunden anerkannt werden.
  • Die Anmeldung ist schriftlich mit Lebenslauf, Motivation und dem Nachweis über die erfüllten Zulassungsbedingungen an die Leitung des Instituts zu richten.
  • Die definitive Aufnahme erfolgt nach dem ersten Weiterbildungsjahr.

Das individuelle Aufnahmegespräch wird unter Abklärung der notwendigen theoretischen Vorkenntnisse gemäss Literaturliste von zwei Mitgliedern der Institutsleitung durchgeführt.

Über die Aufnahme entscheidet die Institutsleitung.

Da die Trägerschaft des Daseinsanalytischen Instituts der Schweizerische Fachverband für Daseinsanalytische Psychotherapie (SFDP) ist, ist die gleichzeitige Anmeldung als a.o. Mitglied für Ausbildungswillige obligatorisch. Die Kosten der Mitgliedschaft betragen für KandidatInnen Fr. 325.- pro Jahr. 



Ausbildung

Die Ausbildung dauert mindestens 5 Jahre

Grundsätzlich kann sie jederzeit nach Absprache mit der Institutsleitung begonnen werden. Sie besteht im Wesentlichen aus der Selbsterfahrung, der theoretischen und der praktischen Ausbildung und dem eigenen Literaturstudium. Sie wird durch die Diplomierung abgeschlossen.

Ort der Lehrveranstaltungen sind hauptsächlich das Daseinsanalytische Institut, Luegete 16, 8053 Zürich, sowie Privatpraxen der Dozierenden.

Allgemeine Seminare finden im Forum Medicorum Turicensiuim (FMT), Freiestrasse 138, 8032 Zürich statt.



Selbsterfahrung

Die eigene Lehranalyse dient zwei Zielen: therapeutisch soll das persönliche Weltverhältnis soweit geklärt werden, dass es die  spätere, eigene therapeutische Tätigkeit unterstützt und fördert, methodisch soll die phänomenologische Betrachtungsweise (Träume, Symptome, analytische Beziehung) im eigenen therapeutischen Prozess erfahren werden. Die Selbsterfahrung umfasst mindestens 250 Stunden, davon 150 Stunden während der Weiterbildungszeit.



Theoretische Ausbildung

Die theoretische Ausbildung besteht aus Vorlesungen und Seminaren, die vom DAI und dem SFDP organisiert werden (min. 400 Stunden). 

Darin werden Kenntnisse in Behandlungspraxis, Interventionsstrategien, Gesprächspraxis, in allgemeinen und philosophischen Grundlagen, Traum/Textanalysen, Psychopharmakologie, Neurosenlehre und Psychosomatik, aktuelle Entwicklungen zu Störungsmodellen, methodenübergreifende Ansätze etc. vermittelt. Zusätzlich wird die selbständige Einarbeitung in Fachliteratur erwartet. Nur besuchte Stunden werden auf dafür vorgesehenen Formularen testiert und dienen dem Nachweis.



Praktische Ausbildung

Die praktische Tätigkeit umfasst im Minimum 1000 supervidierte Therapiestunden in eigener Praxis oder in einer therapeutischen Institution. Dazu gehört auch zwecks Möglichkeit von Qualitätssicherung und Forschung die Führung von Krankengeschichten (selbst bei einmaligen Besprechungen), die von der Institutsleitung laufend kontrolliert werden.

Mindestens 8 Fälle müssen abgeschlossen, bzw. dokumentiert werden, davon mindestens zwei im Sinne einer Analyse über längere Zeit stattgefunden haben.

Während der gesamten Ausbildung müssen Gruppen- (min. 140 Stunden) – und Einzelsupervisionen (min.110 Stunden) bei verschiedenen vom DAI anerkannten Supervidierenden besucht werden.

Die maximale Teilnehmerzahl bei der Gruppensupervision ist auf 4 Teilnehmende beschränkt. Der Unterricht erfolgt in homogenen Gruppen (nur Psychologen und Mediziner).

Eine Liste der Lehr- und KontrollanalytikerInnen kann am Institut bezogen werden. Schwerpunkte der Kontrollen sind die Behandlungspraxis, die Beziehung in der Therapie, Indikation, Therapiefrequenz, Traumauslegung, praktische und rechtliche Aspekte, Wirtschaftlichkeit der Behandlung und standesethische Fragen.



Lernziele

Erwerb der Fachkompetenz, um eigenverantwortlich Psychotherapien mit daseinsanalytisher Ausrichtung durchführen zu können.

Die Weiterbildung vermittelt die theoretischen und technischen Grundlagen der phänomenologisch-psychoanalytischen Arbeit:

  • Die Auszubildenden sollen die Fähigkeit erwerben, auf Grund von Erstgesprächen eine daseinsanalytische Diagnose zu erstellen und daraus eine Indikation abzuleiten
  • Sie sollen mit der Klientin / dem Klienten zusammen erarbeiten, welche Form des analytischen Arbeitens angezeigt und möglich ist.
  • Sie sollen befähigt sein, im gegebenen Fall die indizierte und vereinbarte phänomenologisch-psychoanalytische Therapie im institutionellen oder ambulanten Rahmen durchzuführen.
  • Die AusbildungskandidatInnen lernen, wie und in welchen verschiedenen Formen die notwendigen und sachdienlichen Dokumentationen, Fallberichte und Verlaufsanalysen zu erstellen sind, und wie man mit diesen Dokumentationen arbeiten kann, um die Qualitätssicherung im daseinsanalytischen Kontext zu gewährleisten.



Allgemeine Bestimmungen

Der individuelle Weiterbildungserfolg wird von der Institutsleitung dokumentiert und ist für Berechtigte einsehbar. Die Institutsleitung behält sich vor, KandidatInnen, die sich aus persönlichen Gründen doch nicht für den analytischen Beruf eignen sollten oder in grober Weise gegen die Daseinsanalytische Haltung verstossen, von der weiteren Ausbildung oder von der Diplomierung ohne schriftliche Begründung, jedoch nach mündlicher Besprechung auszuschliessen.

Publikationen, die während der Ausbildungszeit erscheinen, müssen als Publikationen des Daseinsanalytischen Instituts erkennbar sein.

Die Institutsleitung behält sich u.U. notwendig werdende etwaige Änderungen in der Ausbildung bzw. den Bestimmungen ausdrücklich vor.

Die PsychologInnensektion des SFDP ist seit 1989 Gliedverband der FSP. Als solcher ist sie den ethischen Richtlinien und der Berufsordnung der FSP verpflichtet. Weiters wird auf die Richtlinien der FSP zu Berufsordnung und Weiterbildungspflicht hingewiesen.

Voraussetzung zum Erwerb des Titels Fachpsychologin/Fachpsychologe für Psychotherapie FSP ist die FSP Mitgliedschaft.



Diplomierung

Im Lauf der Ausbildung müssen mindestens zwei druckreife schriftliche Arbeiten (Fallreferate) verfasst werden. Diese sollen über eine längerdauernde Behandlung Aufschluss geben, wobei die Regeln der berufsspezifischen Diskretion streng einzuhalten sind. Diese Arbeiten werden im Rahmen der Allgemeinen Seminare zur Diskussion gestellt und sollen das daseinsanalytische Denken und therapeutische Handeln ausweisen.

Das Diplom  als "Daseinanalytische Psychotherapeutin/Daseinsanalytischer Psychotherapeut"  wird verliehen nach

  1. dem Nachweis aller besuchten Stunden anhand des vollständigen Testathefts und der Bestätigung der Supervisionen
  2. der mündlichen oder schriftlichen  Zustimmung der KontrollanalytikerInnen
  3. einer bestandenen Prüfung bestehend aus einer Klausurarbeit, in welcher die schriftliche Auslegung und therapeutische Anwendung von Träumen dargestellt wird
  4. einem Kolloquium über Daseinsanalytische philosophische Grundlagen, Neurosenlehre, Psychosomatik und Psychotherapie

Die Beurteilung wird dokumentiert. Die AbsolventInnen haben das Recht auf Einsicht in ihre schriftlichen Prüfungsarbeiten.



Kosten

KandidatInnen und HörerInnen zahlen die Jahresgebühr für die a.o. Mitgliedschaft beim SFDP, mit der gleichzeitig die Gebühren für das Allgemeine Seminar, das Bestandteil der Ausbildung ist, abgedeckt sind. Gruppensupervisionen und Seminare haben einen einheitlichen Stundenansatz von Fr. 40.- und werden direkt mit dem Dozierenden verrechnet.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit für HörerInnen und Gäste, nach Rücksprache mit den Dozierenden auch nur einzelne Kurse zu besuchen. HörerInnen und Gäste  müssen  ausser bei allgemeinen Themen zur Daseinsanalyse über die gleichen beruflichen Voraussetzungen verfügen wie die KandidatInnen (Abgeschlossenes Universitäts- oder Hochschulstudium der Medizin oder der Psychologie).

Der Stundenansatz für die Selbsterfahrung und die Einzelsupervision kann nicht verbindlich festgelegt werden, sondern erfolgt in Abmachung zwischen AnalytikerIn und KandidatIn. (Im Moment sind die Kosten mit einem Ansatz von 160.-/ Sitzung berechnet)

Die Institutsleitung kann die Stundenansätze und Gebühren der Teuerung anpassen. Die zur Zeit gültigen Ansätze sowie die geschätzten Gesamtkosten der Ausbildung können unter Ausbildung eingesehen werden.



Anerkennung und Rekursmöglichkeiten

Einsprüche gegen Entscheide der Institutsleitung bezüglich Zulassung und Diplomierung sowie Ausschluss können schriftlich an die Ausbildungskommission des DAI eingereicht werden.

 

Die Ausbildungskommission überprüft, ob die Kandidatin/ der Kandidat über die nötigen Voraussetzungen zur Erlangung des Fachtitels FSP verfügt und ob die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde. Sie leitet ihren Entscheid an die Fachtitel- und Zertifikatskommission der FSP weiter. Gegen einen erstinstanzlichen allfällig negativen Entscheid des DAI über den Antrag auf einen Fachtitel FSP kann die Absolventin/ der Absolvent bei der FSP Rekurskommission gemäss Rekursreglement einen Rekurs einreichen. Das DAI verpflichtet sich, der Rekurskommision FSP Einsicht in alle für den Fall relevanten Unterlagen zu gewähren.



Qualitätssicherung, - evaluation, -entwicklung

Für die Evaluation der Weiterbildung in Daseinsanalytischer Psychotherapie im Rahmen der Ausbildung am DAI des SFDP gilt Folgendes:

  • Die Evaluation der Teilnehmenden erfolgt ständig und ist in die Kursarbeit integriert. Die aktive Beteiligung in den Kursen wird laufend kritisch und evaluierend kommentiert. Durch die Art der Weiterbildung ist ein ständiger Evaluationsprozess durch Fallpräsentationen, Literaturreferate und durch Rückmeldungen der Dozierenden garantiert.
  • Sämtliche Evaluationsgespräche, Seminartestate und Supervisionen werden dokumentiert.
  • Eine Präsenzliste wird erstellt
  • Fallkonzeptualisierungen von Kurz- und Langzeittherapien werden laufend dokumentiert.
  • Die KanditaInnen teilen mit Fragebögen am Semesterende und in periodischen Gesprächen mit der Kursleitung und dem Vorstand ihre Erfahrung, Kritik, Wünsche etc. mit. Diese schriftliche und mündliche Evaluation wird von der Institutsleitung ausgewertet und in die Überprüfung der Qualität der einzelnen Weiterbildungselemente einbezogen.
  • Für die Ausbildner besteht Intervisions- und Supervisionspflicht, sowie ein Fortbildungsobligatorium im Sinne der Vorgaben der FSP.
  • Der SFDP bietet explizit Veranstaltungen zur Weiterbildung der Mitglieder an, zudem werden  die an den Internationalen Tagungen der IFDA vorgetragenen wissenschaftlichen und berufspolitischen Themen und neuen Entwicklungen laufend in den entsprechenden Kursen diskutiert.
  • Neben den Fallberichten ist künftighin eine Evaluation des Therapieverlaufs durch Test-bzw./Fragebögen nach  Haken & Schiepek (2006) mit Hilfe des SNS (Synergetic Navigation System/Real Time Monitoring) geplant.



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